Justizakademie unterstützt bundesweites modernes einheitliches Grundbuchverfahren

- Erschienen am 20.03.2026

Seit mehr als 15 Jahren existiert das bundesweite Zukunftsprojekt „Dabag“. Daran beteiligt sind 14 Bundesländer, so auch die Brandenburger Justiz. Kernaufgabe des Zusammenschlusses ist die „Entwicklung eines bundeseinheitlichen Datenbankgrundbuchs“ – als ein wesentlicher Aspekt bei der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs. 

Dabag-Treffen gestalten sich als agile Planungsevents für innovative Softwareentwicklungs- und Organisationsteams. Auf der Suche nach einem hierfür geeigneten Veranstaltungsort ist erstmals die Justizakademie des Landes Brandenburg auserwählt worden. Vom 20. bis 21. Januar 2026 trafen sich ca. 70 Expertinnen und Experten aus der Justiz und von den Kooperationspartnern aus der freien Wirtschaft. Im großen Mehrzwecksaal des Aus- und Fortbildungszentrums in Königs Wusterhausen tagte man nicht im üblichen Plenum. Statt dessen wurden Besprechungsinseln gebildet, die thematischen Untergruppen zur Erörterung spezieller Einzelfragen dienten. Zugleich erlaubte die Räumlichkeit aber auch eine unmittelbare, unkomplizierte Interaktion zwischen den verschiedenen Fachkreisen. Inhaltlich befasste sich das Treffen mit der weiteren Projektplanung, der koordinierten Abstimmung der Teams sowie der Erarbeitung zusätzlicher Arbeitspakete. 

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist dabei die Entwicklung eines Verfahrens zur bundeseinheitlichen, datenbankbasierten Grundbuchführung, um die Nutzbarkeit des Datenbestands nachhaltig zu verbessern. Erster praktischer Schritt ist die automatisierte Überführung von Grundbuchdaten (Migration) aus den Vorsystemen (bspw. SolumSTAR). Künftig sollen Grundbuchinhalte dann nicht mehr als Bild- oder Fließtext, sondern als recherchierbare Einzelinformationen vorgehalten und die logischen Verknüpfungen der Eintragungsbestandteile in einer Objektstruktur abgebildet werden (vollstrukturiertes Datenbankgrundbuch). Damit wird insbesondere die Modernisierung der bisherigen Verfahren sowie die Erreichung eines europäischen Standards angestrebt. Zukunftsthemen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wurden ebenfalls beim 2026er Treffen diskutiert. Im Ergebnis soll neben den genannten qualitativen Gesichtspunkten auch eine spürbare Beschleunigung bei standardisierten Einträgen in das Grundbuch erreicht werden (bspw. bei Auflassungsvormerkungen oder Grundschuldbestellungen).

Wegen der vortrefflichen Rahmenbedingungen im AFZ KW hat Dabag bereits ein Folgetreffen für 2027 bei der Justizakademie angefragt.